Albstadt. „Wir können bundesweit mit jedem Stadtlauf mithalten“, meint Kästle, der federführend mit Stephan Salscheider das Rennen in der Ebinger Innenstadt organisiert. Der ehemalige Mittelstreckler der Spitzenklasse steuert das sportliche Know-how bei der Geschäftsführer von Skyder Sportpromotion die Logistik. Akribisch hat der Albstädter Anwalt das Teilnehmerfeld zusammengestellt. „Wir arbeiten nur mit seriösen Managern zusammen, die auch beim Deutschen Leichtathletikverband gemeldet sind“, betont Kästle und erklärt: „Es gibt gerade in Schwarzafrika viele Läufer, die versuchen der Armut vor Ort zu entfliehen.“ Das würden zwiespältige Manager ausnützen, kritisiert der Sportliche Leiter des Ebinger Straßenlaufes, „die verheizen die Athleten richtig.“
Das passt nicht ins Bild der Albstädter Veranstaltung, welche in den vergangenen Jahren die Teilnehmerzahl deutlich gesteigert hat mit vielen Schülerinnen und Schülern am Start, die beim Sponsorenlauf für eine gute Sache ihre Runden drehen. Unter das Motto „Schweiß für Wasser in Bisoro“ hat der Rotary Club Ebingen diesmal die Charityaktion gestellt. „Der Reinerlös kommt dem Trinkwasserprojekt in der Albstädter Patengemeinde Bisoro zugute“, versichert Salscheider. Er fügt hinzu: „Jeder Teilnehmer sucht sich selbst Sponsoren, die für jede gelaufene Runde einen Spendenbeitrag für das auserwählte Projekt leisten.“ Im Vorjahr avancierte der Polio-Lauf zu einem vollen Erfolg, „den es nun zu wiederholen gilt“, so der Straßberger weiter. „Eine Solidaritätsaktion unter den Schülern“, hat Dekan Anton Bock beobachtet. Er ergänzt: „Die Motivation aller Teilnehmer ist beeindruckend.“
Der Startschuss zum Charity-Lauf fällt um 11 Uhr in der Ebinger Innenstadt. Im Anschluss absolvieren die Schüler C/D und B (ab 12.20 Uhr) sowie die Schüler A eine respektive zwei Runden auf der zwei Kilometer langen Strecke. „Beim Fun-Lauf geht es dann ab 13.15 Uhr schon über sechs Kilometer“, sagt Salscheider. Die internationalen Spitzenläufer werden anschließend ein hohes Tempo auf der flachen Strecke in der Ebinger Innenstadt über fünf Runden anschlagen. „Letztmals“, verrät der Skyder-Chef, „wir werden aus verkehrstechnischen Gründen den Kurs modifizieren und 2011 erstmals am Titelsponsor Volksbank Ebingen vorbeilaufen.“ Mit dem leichten Anstieg werde es für die Athleten schwieriger, prognostiziert der 45-Jährige.
Die werden dennoch weiterhin nach Albstadt kommen. „Natürlich war in den Anfangsjahren ungewiss, ob dieser Lauf überhaupt ankommt“, blickt Kästle zurück, „doch zwischenzeitlich bekommen wir sehr viele Anfragen.“ Da ist es nicht verwunderlich, dass das Teilnehmerfeld von Jahr zu Jahr stärker wird. „So gut wie noch nie“, kategorisiert Kästle die Konkurrenz bei der fünften Auflage. Bei den Damen sieht der frühere Spitzenläufer die Deutsch-Eritreerin Simret Restle so-wie Vorjahressiegerin Tatjana Vilisova aus Russland vorne. „Für Patrick Kimeli wird es schwer werden, seinen Vorjahreserfolg zu wiederho-len“, räumt Kästle im Herrenrennen dem kenianischen Landsmann Leonard Langat bessere Chancen ein. Der führt die afrikanischen Spitzen- läufer an. „Da geht es Richard Runger und Martin Sperlich (beide Friedrichshafen, d. Red.) nur darum mitzuhalten“, meint der 51-Jährige, „doch die freuen sich bereits darauf, mit den Kenianern zu laufen.“